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Klingende Architektur
eine Vision wird Realität


Bereits bestehende Räume können durch
Raum-Klang-Proportionen optimiert werden.

Neue Räume und Gebäude können nach diesen
Gesetzen geplant und gebaut werden.


Harmonik und die archaische Verbindung von
Musik und Architektur


Musik und Architektur durchdringen sich gegenseitig. Es gibt Erfahrungsberichte von Menschen, die einen alten Tempel betreten und im Innern des Tempels Musik hören. Kann es sein, dass der Tempel, einem Musikinstrument gleich, nach harmonikalen Proportionen gebaut wurde und wir bei seinem Betreten in Raumklänge eintauchen? Beherrschten schon die alten Baumeister die Kunst, Musik und Architektur zu verbinden? Wie können wir uns diesem alten Wissen mit Einfühlsamkeit nähern?

In der Musik ist die kleinste Einheit ein Ton. Diesem einen Ton wohnen verschiedene Obertöne inne, die miteinander Intervalle bilden. Intervalle ergeben sich aus den Abständen, welche zwei Töne zueinander einnehmen.

Wird eine Saite auf einem Musikinstrument angeschlagen, dann schwingt sie einmal in ihrer vollen Länge und erzeugt einen Ton. Gleichzeitig jedoch schwingt sie auch durch die Saitenmitte (das entspricht ½ der Saitenlänge) und ebenfalls durch 1/3, 1/4, 1/5 bis 1/n der Saitenlänge. An diesen Stellen entstehen Schwingungsknoten. Diese sind in der Saite als geistige Dimension angelegt und können in der materiellen Welt als Töne gehört und als ganzzahlige Längenverhältnisse gemessen werden. So ergibt sich ein grundlegendes Element - die  Ton-Zahl-Beziehung .

 




Harmonik als Brücke zwischen Empfindung und Intellekt


Die Betrachtung von  Ton und Zahl  wird seit dem griechischen Philosophen und Mathematiker Pythagoras als Harmonik bezeichnet.

Die Harmonik lehrt jene universellen Gesetzmässigkeiten, die zwischen Klangerlebnissen und Längenproportionen bestehen. Sie schlägt eine Brücke zwischen Empfindung (Ton) und Intellekt (Zahl). Auf diese Weise wird die Zahl seelisch als Ton erlebbar und der Ton rational als Zahlenverhältnis messbar.

Dieses Wissen, welches sich im Schwingungsgesetz von Ton und Zahl ausdrückt, fand augenscheinlich bewusste Anwendung beim Bau der alten Tempel, den Pyramiden und auch bei vielen weltlichen und sakralen Bauten in der europäischen Geschichte. Als Beispiele seien genannt: Die ägyptischen Pyramiden von Giza, die Cheops-, Chefren- und die Mykerinos-Pyramide, die griechischen Tempel wie z.B. der Poseidontempel in Paestum, europäische Kirchen wie die Kathedrale von Chartre und weltliche Bauten wie der Palazzo Rucellai von Alberti in Florenz.

Harmonikale Strukturen finden sich überall in der Natur!

Sie stellen sich uns in Kristallen dar, in den Blüten- und Blätterformationen der Pflanzen, in den Bienenwaben- jedoch auch in den morphischen Strukturen des menschlichen Körpers und im Ablauf all seiner rhythmischen Stoffwechselprozesse.

Das bedeutet: die gesamte Natur klingt und ist von Schwingung durchdrungen!

Wie lassen sich diese Einsichten für ein harmonikales Planen, Bauen und Gestalten von Räumen umsetzen?


Wie bringen wir Räume zum klingen?


Die Klingende Architektur gestaltet ein Haus und jeden Raum - wie ein Musikinstrument - konsequent nach harmonikalen Regeln. Die angestrebte Gefühlsqualität des Raumes wird jetzt in harmonikale Proportionen wie Länge, Breite und Höhe übersetzt. Wie können wir uns das vorstellen?

Legen wir die Ton-Zahl   zugrunde, verschmelzen in ihr zwei Momente zu einer Einheit: Das seelische Element der Empfindung, der Ton, mit dem Element des Denkens und Messens, der Zahl. Die emotionale Qualität des Klangs wird in den Raum transportiert und bestimmt seine Abmessungen.

Wählen wir hierzu das Zahlenbeispiel 3:4:5 . In der Musik würde dieses Verhältnis die Töne C , F und A ergeben. Die Raummaße entsprechen dabei 3m Höhe, 4m Breite und 5m Länge.


Untersuchen wir jetzt die Zahlenverhältnisse und ordnen sie musikalisch ein, dann zeigt sich folgendes:


O   Das Verhältnis 3:4 entspricht einer Quart (C – F). Erfahrungsgemäß      empfinden wir dieses Intervall als klar, eindeutig und mächtig.

O   Die Relation 4:5 dagegen entspricht einer großen Terz (F – A). Häufig ruft diese Beziehung in unserer Seele Gefühle von Verbindung, Austausch und Zartheit hervor.

O   Eine große Sexte ist durch das Zahlenverhältnis 3:5 gekennzeichnet.
Wir erfahren diesen Klang vielleicht als ein Moment der uns anhebt und weiter führen will.

Die Raummaße bestimmen also ganz erheblich die Empfindungen, welche ein Raum in uns auslöst. Sind Räume bewusst harmonikal gestaltet, erleben wir ihre Wirkung als ordnend und stabilisierend – eben als harmonisch. Die äußeren Architektur-Proportionen und unsere „innere Architektur“ stehen dann in einem natürlichen Resonanzverhältnis und unterstützen sich gegenseitig.